Auszug aus dem Landesgesetzblatt für Tirol

LANDESGESETZBLATT FÜR TIROL STÜCK 23
JAHRGANG 2009 Herausgegeben und versendet am 7. Juli 2009
51. Verordnung der Landesregierung vom 16. Juni 2009 über die Erklärung der Gaisau zum Naturschutzgebiet
(Naturschutzgebiet Gaisau)



Schutzgebiet, Schutzzweck
(1) Das in der Anlage dargestellte, orange umrandete
Gebiet in den Gemeinden Inzing, Hatting und Pettnau
wird wegen des Vorkommens seltener Pflanzenarten
und seltener Vogelarten zum Naturschutzgebiet erklärt
(Naturschutzgebiet Gaisau). Das Naturschutzgebiet
besteht aus einer Kernzone (orange umrandet und orange
unterlegt) und einer Pufferzone (grün unterlegt).
(2) Das Naturschutzgebiet dient der Erhaltung des
Augebietes, der stehenden Wasserflächen, der Verlandungsbereiche,
der umgebenden Feuchtwiesen und der
in diesen Bereichen vorkommenden seltenen Pflanzenund
Tierarten, insbesondere der dort vorkommenden
Vogelarten.
(3) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von
27,06 ha. Es umfasst die Grundstücke Nr.
a) 1693, 1694 , 1695, 1696, 1697, 1698, 1699, 1700,
1701, 1702, 1703, 1704, 1705, 1706, 1708, 1709, 1710,
1711, 1712, alle KG Hatting,
b) 2151, 2152/1, 2152/2, 2179, 2194, 2195, 2196, 2197,
2198, 2199, 2200, 2201, 2202, 2203, 2204, 2205, 2206,
2212, alle KG Inzing,
c) .242, 1131, 1132, 1142, 1143, 1144, 1145, 1146,
1147, 1148, 1149, 1150, 1151, 1154, alle KG Pettnau.
(4) Die Anlage wird durch Auflegung zur öffentlichen
Einsichtnahme bei der Abteilung Umweltschutz
des Amtes der Tiroler Landesregierung, bei der Bezirkshauptmannschaft
Innsbruck und bei den Gemeindeämtern
Inzing, Hatting und Pettnau während der für den
Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden verlautbart.

§ 2
Verbote
Im Naturschutzgebiet sind, soweit im § 3 nichts anderes
bestimmt ist, verboten:
a) die Errichtung, Aufstellung und Anbringung von
Anlagen sowie die Änderung von Anlagen, sofern die
Interessen des Naturschutzes nach § 1 Abs. 1 des Tiroler
Naturschutzgesetzes 2005 berührt werden,
b) der Neubau, der Ausbau und die Verlegung von
Straßen und Wegen,
c) die Errichtung von oberirdischen elektrischen Leitungsanlagen
für Starkstrom sowie von Luftkabelleitungen,
mit Ausnahme von unbedingt notwendigen und
auf Grundlage von Gesetzen verpflichtend vorgesehenen
Erhaltungs- und Wartungsmaßnahmen der ÖBBEisenbahnanlage
auf dem vom Naturschutzgebiet betroffenen
Teil des Gst. Nr. 1702, KG Hatting,
d) Geländeabtragungen und Geländeaufschüttungen
außerhalb eingefriedeter bebauter Grundstücke,
e) die dauerhafte Entfernung von Heckenzügen und
Flurgehölzen,
f) die Vornahme von Rodungen in der vorhandenen
Au- und Uferbegleitvegetation,
51.Verordnung der Landesregierung vom 16. Juni 2009 über die Erklärung der Gaisau
zum Naturschutzgebiet (Naturschutzgebiet Gaisau)

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g) die Vornahme von Neuaufforstungen,
h) die Durchführung von Außenlandungen und
Außenabflügen,
i) jede erhebliche Lärmentwicklung, mit Ausnahme
von durch unbedingt notwendige und auf Grundlage
von Gesetzen verpflichtend vorgesehene Erhaltungsund
Wartungsmaßnahmen der ÖBB-Eisenbahnanlage
bedingte Lärmentwicklungen,
j) im Bereich der Pufferzone (grün unterlegt) das
Düngen und die Kalkung,
k) die Verwendung von Giftstoffen in solcher Weise,
dass dadurch der Tier- oder Pflanzenbestand beeinträchtigt
oder gefährdet werden kann,
l) im Bereich der Kernzone (orange umrandet und
orange unterlegt) jedes Stören von Vögeln, insbesondere
das Verlassen von Wegen, ausgenommen im Zug
einer fachgerechten und pfleglichen Bewirtschaftung
nach dem 31. Juli jeden Jahres,
m) die Ausbildung von Hunden,
n) das Reiten und Führen von Pferden im Schutzgebiet,
o) die Verwendung von Kraftfahrzeugen.
§ 3
Ausnahmen von den Verboten
(1) Nach § 21 Abs. 3 des Tiroler Naturschutzgesetzes
2005 sind Maßnahmen der üblichen land- und forstwirtschaftlichen
Nutzung sowie die Jagd und Fischerei
insoweit von den Verboten nach § 2 ausgenommen, als
dadurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(2) Als Beeinträchtigung des Schutzzweckes wird
ausdrücklich Folgendes festgehalten:
a) die Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und
Fungiziden,
b) die Entfernung naturkundlich wertvoller Baumund
Straucharten, wie zum Beispiel Grauerle, Schwarzpappel,
vorkommende Weidearten, Traubenkirsch, gewöhnliches
Pfaffenhütchen, Schwarzer Holunder und
gemeiner Schneeball,
c) jede Änderung der bisher üblichen Art der (landund
forstwirtschaftlichen) Nutzung von Grundstücken,
insbesondere eine Intensivierung der Bewirtschaftung,
d) die Mitnahme von Hunden abseits von Wegen.
(3) Keine Beeinträchtigung des Schutzzweckes stellt
die unbedingt erforderliche ordnungsgemäße und gesetzmäßige
Erhaltung und Wartung der ÖBB-Eisenbahnanlage,
insbesondere der Bahn selbst, des Dammes
und des Entwässerungsgrabens, dar.
§ 4
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt mit dem Ablauf des Tages der
Kundmachung in Kraft.
Der Landeshauptmann:
Platter
Der Landesamtsdirektor:
Liener Anlage
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Die Gaisau 2009 Iris Sibirica